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Stray

einsame Vierbeiner

Ein sicherer Himmel für Esel: Die Agia Marina Donkey Sanctuary auf Kreta


Von Eseln geht eine stille Faszination aus. Ihr Wesen schenkt dem Wort Vertrauen eine tiefe Bedeutung. Doch so groß ihre Intelligenz und Sanftheit ist, so groß ist auch das Leid, das sie als billiges Arbeitstier erfahren. Aber für einige von den vielen Tausenden auf Kreta gibt es Hoffnung auf der Agia Marina Donkey Sanctuary.

 

Friedliches Miteinander auf der Agia Marina Donkey Sanctuary.

 

Tierschutz kennt keine Grenzen. Aber wie oft graben wir Gräben zwischen Inlands- und Auslandstierschutz, definieren, was schützenswert und was nicht, und behindern uns damit in dem eigentlich Ziel: Lebewesen in Not zu helfen.

Barbara Doulyerakis ist in Neuseeland aufgewachsen. Sie ist mit einem Griechen verheiratet und sie hilft seit fast 40 Jahren Tieren, die in Not geraten. Aufgewachsen unter Hunden, Ponys, Ziegen und Katzen hat die Neuseeländerin Tiere immer als Familienmitglieder betrachtet. Ein absurder Gedanke, dass sie ihre Tierliebe über irgendetwas anderes definiert als über eine grenzenlose Empathie.

Als sie mit 17 nach Kreta kam, war sie erschüttert über das Leid der Tiere. „Ich konnte nicht schlafen, ich weinte mit den Hunden, die irgendwo angebunden vor lauter Durst und Hunger schrien.“

Irgendwann stand ihr Entschluss fest, aktiv zu werden. Barbara und ihr Mann Fanis erwarben ein Grundstück, das groß genug war, um Tiere in Not aufzunehmen und ihnen weit ab von Nachbarn Sicherheit zu geben. Sie fingen an, die Straßenhunde und -katzen zu versorgen und die Notfälle aufzunehmen. Es entstanden Kontakte zu anderen Tierschutzorganisationen auf Kreta. Barbara half bei Kastrationsprogrammen, Rettungsaktionen und Vermittlungen, und immer wieder fanden Notfellchen bei ihr einen sicheren Platz.In dieser Zeit knüpfte Barbara auch Kontakte zur Arche Noah Kreta e.V., dessen Förderverein unterstützt und u.a. die Kastrationen von Barbaras Schützlingen übernimmt.
 

Mit Agapi entdeckte Barbara ihre Liebe zu den Eseln

Aber es sollte noch bis 2004 dauern bis ein kleiner blinder Esel Barbara an ihren Traum erinnerte. „Ich hatte schon immer eine besondere Liebesbeziehung zu Eseln“, erzählt sie. Agapi (Liebe) war klein, blind und für ihren Besitzer wertlos geworden.

Es gehört zur grausamen Tradition, dass Esel, die nicht mehr arbeiten können, einfach ausgesetzt werden. Sie werden überfahren oder lebendig über die Klippen gestürzt. Im schlimmsten Fall werden sie angebunden. Es ist ein langsamer Tod ohne Wasser und Essen. Wieder andere werden an Händler verkauft, die sie unter grauenvollen Bedingungen zu den italienischen Fleischmärkten transportieren, wo sie beim Schlachter landen.

Der kleinen Agapi blieb dieses Schicksal erspart und heute leben 18 Esel auf der 2006 eröffneten Agia Marina Donkey Sanctuary.

 

Tierschutz ohne Grenzen: Für Fellnasen in Not ist die Agia Marina Donkey Sanctuary oft die letzte Zuflucht.

 

Viele der Esel wurden geschlagen, ihre Gelenke sind von der harten Arbeit kaputt. Manche können bei ihrer Ankunft kaum stehen oder gehen. Aber auch ihre Seele ist kaputt. “Einige sind bei ihre Ankunft vollkommen verängstigt”, erzählt Barbara. Sie wurden nie gestreichelt, sie haben nie eine Möhre oder ein Stück Apfel bekommen.

Barbara mit Sorgenkind Iason. Kaputt gearbeitet und krank, wie so viele Esel auf der Farm.

 

Wenn Berührung keinen Schmerz mehr bedeutet

Das Wort Vertrauen ist der Schlüssel zum Herzen eines Esels. Und es dauert oft lange bis sie nach endloser Misshandlung ihr Herz wieder öffnen.

Intelligent und sensibel: Wer ihr Vertrauen gewinnt, dem zeigen Esel ihre wunderbare Seele.


Persephoni kam im Mai dieses Jahres zu Barbara und noch immer lässt sie sich nicht bürsten. So tief sitzt die Erinnerung daran, dass jede menschliche Berührung in ihrem Leben nur Schmerz bedeutete. Umso wertvoller ist es zu beobachten, wie das Vertrauen langsam, fast unmerklich wächst. Tag für Tag, als wenn sich ganz behutsam das Tor zu einer neuen Welt öffnet und zu einer einzigartigen Beziehung zwischen Mensch und Tier.

So wie bei Phaedra, die nach drei Jahren das erste Mal zuließ, dass Barbara sie streichelte, die Arme um ihren Kopf legte und Phaedra eine Möhre aus ihrer Hand nahm.

Eine Umarmung ...

 

Eine streichelnde Hand: Viele Esel habe in ihrem Leben nie erfahren, dass die Berührung eines Menschen etwas anderes bedeutet als Schmerz

 

Der tägliche Kampf gegen die Krise

Es sind diese Momente, die all die Arbeit und den täglichen Kampf vergessen lassen. Denn die finanzielle Krise in Griechenland verschärft nicht nur die Situation der Esel, sondern auch der wenigen Tierschützer. Allein für das Futter der Esel fallen pro Woche rund 400 Euro an. Vor allem in den trockenen Sommermonaten ist es schwierig, überhaupt ausreichend Futter zu beschaffen. Manche der älteren Esel brauchen Spezialfutter.

 

18 Esel wollen versorgt sein: Vor allem in den Sommermonaten wird die Futterbeschaffung immer wieder schwierig.

Dazu kommt die medizinische Versorgung durch einen lokalen Tierarzt. Denn kaputte Gelenke und Zähne sind nur einige der Folgen der jahrzehntelangen Ausbeutung als Arbeitstier.

Zweimal im Jahr organisiert Barbara den Besuch von Tierarztteams aus Holland und des Greek Animal Welfare Fund. Ein Besuch, der nicht nur den Esel der Donkey Sanctuary zu Gute kommt, sondern auch den Arbeitseseln in den umliegenden Dörfern.

 

Wie Sie helfen können

Es sind diese Geschichten von Tierschützern, die Hoffnungsschimmer für alle sind, denen das Leid der Tiere nicht egal ist. Aber es ist immer auch eine Geschichte von täglichen Kämpfen und der Gewissheit, dass es keine Grenzen im Tierschutz gibt.

Wer die Arbeit von Barbara und ihren unermüdlichen Einsatz für Tierseelen in Not unterstützen möchte, kann eine Patenschaft für Persephoni, Zeus, Appollo, Iron oder einer der anderen grauen Langohren übernehmen. Jeder Spender erhält eine Urkunde, ein Bild und regelmäßige Neuigkeiten von seinem Schützling. Auf der Homepage der Agia Marina Donkey Sanctuarysind alle Esel mit ihrer ganz persönlichen Gesichte vorgestellt.

Ein besonderer Notfall ist Haritomeni. Mehr als 30 Jahre hat Haritomeni als Lasttier hinter sich. Auf der Donkey Sancturary erlebt sie das erste Mal menschliche Zuwendung und ein Leben ohne Leiden. Aber die Zeit als Arbeitstier hat ihre Spuren hinterlassen. Ihre Gelenke sind kaputt, sie hat schwere Arthrose und es fällt ihr schwer aufzustehen. Ohne einen geeigneten Unterstand wird sie, so befürchtet Barbara, den Winter nicht überleben. Die Kosten belaufen sich auf geschätzte 500 Euro – für Haritomeni, die noch voller Lebenswillen ist, wäre dies die Rettung vor den feuchten und kalten Wintern auf Kreta.

 

Die sanfte Haritomeni (li.) hat 30 Jahre als Lasttier hinter sich.

 


Ein neues Leben, neue Freundschaften: Ermioni wurde von ihrem Besitzer angebunden und ihrem Schicksal überlassen.


Besucher sind herzlich willkommen auf der Agia Marina Donkey Sanctuary..


Geboren in Sicherheit: Die kleine Iro war ein Überraschungsnachwuchs. 


Apollo, der Neugierige: Immer mit dabei, wenn eine Kamera seinen Blick kreuzt.


Zeus, der Verliebte. Er ist fast blind, aber seine Liebe gilt der Eseldame Pandora.


Die kleine Nefeli wurde jahrelang von ihrem Besitzer geschlagen. Hier erfährt sie das erste Mal in ihrem Leben Würde und Zuneigung.


Hallo! Ich wollte auch mal ins Bild.

Stray – einsame Vierbeiner e.V. ist nicht Ansprechpartner. Mit Veröffentlichung dieses Beitrags auf unserer Homepage leisten wir lediglich Veröffentlichungshilfe. Spenden bitte ausschließlich auf die Konten des verantwortlichen Tierschutzvereins, in diesem Fall an:



Ethniki Trapeza (National Bank of Greece)
Mires, Iraklion Crete

IBAN GR4701104140000041476468602
ETHNGRAA

Doulyeraki Barbara

 

 

 

 

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